· 

Was haben Kaiserschnittgeburten mit primitven Reflexen zu tun?

Zu Beginn eines Kennenlerngespräches stelle ich den Eltern immer gerne ein paar generelle Fragen um etwas mehr über die möglichen Hintergründe der Problemstellung zu erfahren. Ich frage gerne, wie die Schwangerschaft verlief- ob es im Vorfeld schon Komplikationen gab und die Mutter evtl. auch viel liegen musste. Ebenso stelle ich die Frage nach der Art der Geburt. In 99% aller Fälle erhalte ich dann die Antwort: Kaiserschnittgeburt oder manchmal sogar noch - Kaiserschnitt und Frühgeburt. Vielen ist der Zusammenhang mit aktiven Reflexen und dem Geburtsvorgang nicht klar und auch nicht bewusst. Wenn man das aber erst einmal verinnerlicht hat, gibt es plötzlich viele kleine sogenannte "Aha" Effekte bei den Eltern. Plötzlich klingt alles logisch.

Noch logischer wird es dann, wenn ich den Eltern beim ersten Training die Körperübungen zeige und erkläre, dass diese Übungen im Endeffekt die gleichen Körperbewegungen sind, die das Kind bereits im Mutterleib (passiv) durch die Mutter macht und somit die Reflexe auslöst und sich das Gehirn dadurch entwickeln kann.

Im Anschluss habe ich einen Auszug aus dem Buch von Dr. Blomberg gewählt, von dem ich glaube, dass er sehr gut darstellt, warum nicht gehemmte Reflexe mit Kaiserschnittgeburten oder Frühgeburten oft einhergehen.

In meiner Praxis habe ich übrigens bisher ausschliesslich Kinder die per Kaiserschnitt auf die Welt kamen oder sogar dazu noch Frühgeborene.

Die Wichtigkeit der Reifung der primitiven Reflexe

Ist das Baby nicht in der Lage, seine primitiven Reflexe rechtzeitig zu hemmen, wird seine motorische Entwicklung verzögert und infolgedessen die Reifung des Gehirns behindert.

 

 

Ein Kind, dessen primitiven Reflexe bei der Geburt nicht richtig entwickelt und gereift waren, hat es schwerer, sich rechtzeitig zu hemmen, als eines dessen Reflexe voll ausgereift waren.

 

Das gilt insbesondere für Frühgeburten und Kaiserschnittgeburten!

 

 

Bei Frühgeburten sind vielleicht mehrere primitive Reflexe bei der Geburt noch nicht entwickelt.

In einem Inkubator fehlt dem Baby die Stimulation von Tast- und Gleichgewichtssinn sowie von der Tiefensensibilität, die es im Mutterleib bekommt. Dadurch wird die Reifung der primitiven Reflexe verzögert.

Trägt die Mutter ihr Frühchen jedoch an der Brust umher, wird es in ähnlicher Weise stimuliert wie in der Gebärmutter. Dadurch werden Reifung und Integration der primitiven Reflexe gefördert, der Muskeltonus wird verbessert und die Kopplung der verschiedenen Schichten des Gehirns unterstützt.

 

 

Viele Babys erblicken heutzutage mittels Kaiserschnitt das Licht der Welt, es fehlt ihnen daher der normale Geburtsprozess, in dessen Verlauf viele primitive Reflexe ausgelöst werden – ein wichtiger Vorgang für deren Reifung.

Frühgeborene und „Kaiserschnitt-Kinder“ haben ein erhöhtes Risiko, ihre primitiven Reflexe bis ins Erwachsenenalter zu behalten und aufgrund der unvollständigen Reifung des Gehirns Probleme mit Beweglichkeit, Aufmerksamkeit, Konzentration und Lernen zu bekommen.

 

(Auszug aus dem Buch "Bewegungen die heilen" von Dr.Harald Blomberg)

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0